Was sonst noch zur Generalprobe gehört: Organisation und Vorbereitung des Auftritts

Ein guter Auftritt muss gut organisiert werden. Es ist sehr hilfreich und gehört zur gelungenen Vorbereitung eines Konzertes, nicht in die Bühnensituation „hineinzustolpern“ (auch wenn Profis leider häufiger unter solchen suboptimalen Bedingungen Höchstleistungen abliefern müssen). Idealerweise nutzt man die Generalprobe nicht nur, um die eigentliche musikalische Darbietung noch einmal spieltechnisch und musikalisch zu überprüfen, sondern auch — oder sogar in erster Linie –, um sich über einige Aspekte, die nicht unmittelbar mit Musikalischem zu tun haben, Klarheit zu verschaffen. Folgende Fragen könnten sich typischerweise stellen:

  • Wie komme ich rechtzeitig und stressfrei zum Auftritt (Parkplätze, Fahrpläne, auch die Heimfahrt darf getrost angedacht werden)?
  • Von wo trete ich auf und ab? Gibt es einen Raum zum Einspielen?
  • Wo positioniere ich mich auf der Bühne? In welche Richtung spiele ich?
  • Sind alle notwendigen Requisiten vorhanden oder muss ich mich im Vorfeld selbst darum kümmern? Komme ich zum Beispiel mit den angebotenen Stühlen und Pulten zurecht oder sollte ich mich etwa um einen speziellen Stuhl oder Sitzkeil bemühen? Wird sich um die Aufstellung gekümmert oder muss ich selbst Sorge tragen?
  • Sind die Lichtverhältnisse ausreichend oder muss die eigene Pultleuchte mitgenommen werden?
  • Sind extreme Temperaturen zu erwarten, sollte die Konzertkleidung angepasst werden? Sollte ich früher kommen, damit sich mein Instrument akklimatisieren kann?
  • Insbesondere bei Freiluftveranstaltungen: Sollte ich aus Gründen der Witterung besser mit einem günstigen Zweitinstrument spielen (Wetterbericht lesen)? Ist Luftzug zu erwarten (Klammern für das Notenpult besorgen)?
  • Auf welche exakte Frequenz wird das begleitende Klavier gestimmt? Muss ich mein Stimmgerät kalibrieren?
  • Sind die akustischen Gegebenheiten eher speziell? Lohnt es sich eine Art akustischen Notfallplan zu entwickeln?

Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, seine Vorstellungen beim Veranstalter freundlich aber direkt zu kommunizieren: in der Regel ist mit einem Entgegenkommen und Bemühen der Organisatoren zu rechnen. Falls dies einmal nicht der Fall sein sollte: kühlen Kopf bewahren und abwägen. Zahlt es sich wirklich aus, sich Scharmützel mit unverbesserlichen Veranstaltern zu liefern oder kostet dies nur unnötig Kraft und Energie? Mithin lenkt dies doch nur vom Eigentlichen ab — der Auftrittssituation, die man als Musiker letztlich doch alleine auf der Bühne bestreiten darf…

Veröffentlicht von

Heinz

Heinz hat Violine und Viola in Wien studiert und ist als Geigen- Bratschen- und Kammermusiklehrer tätig. Seine besondere Liebe gilt der Kammermusik, Franz Schubert und philologisch hervorragenden Notenausgaben. Derzeit lebt Heinz mit seiner Familie in Bamberg.

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