{"id":991,"date":"2017-02-07T11:24:18","date_gmt":"2017-02-07T10:24:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.musikwoche-gruenbach.at\/1000tipps\/?p=991"},"modified":"2024-02-04T08:27:03","modified_gmt":"2024-02-04T07:27:03","slug":"wie-man-angststellen-beim-musizieren-bewaeltigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.musikwoche-gruenbach.at\/1000tipps\/en\/wie-man-angststellen-beim-musizieren-bewaeltigt\/","title":{"rendered":"Wie man \u201eAngststellen\u201c beim Musizieren bew\u00e4ltigt oder wie man mit der \u201eDamenhaltung\u201c \u201eHerr der Lage\u201c bleibt"},"content":{"rendered":"<p>Welcher Musiker, welcher Instrumentalist kennt sie nicht, die ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Angstsituationen beim Spielen vor Publikum? Dabei handelt es sich in vielen F\u00e4llen mitnichten um unerwartete, unkontrollierbare oder v\u00f6llig unvorhersehbare Momente, sondern vielmehr um \u201eAngstellen\u201c, also Stellen, an die man schon Zeilen oder sogar Seiten zuvor zu denken beginnt und denen man schlie\u00dflich nur noch mit Schwei\u00df auf der Stirn und zittrigen H\u00e4nden entgegenrittern kann. Was aber tun, wenn man die betreffenden Stellen trotz intensiver technischer Vorbereitung f\u00fcrchtet und sie bereits nach allen Regeln der Kunst ge\u00fcbt und analysiert hat? In diesen F\u00e4llen ist es vielleicht nicht weiter zielf\u00fchrend, herauszufinden, was die weiteren spieltechnischen Ursachen des Problems sein k\u00f6nnten. Schneller und sicherer kann m\u00f6glicherweise ans Ziel gelangen, wer bereits beim \u00dcben neue Regionen im Gehirn aktiviert und damit neue Impulse f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der betreffende Stelle schafft.<!--more--><\/p>\n<h2>Paradoxe Intervention f\u00fcr Cellisten<\/h2>\n<p>Neue Perspektiven gewinnen wir, wenn wir die Aufmerksamkeit auf etwas Anderes, etwas Neues lenken. Eine neue Sitzposition, wie zum Beispiel die \u201eDamenhaltung\u201c (\u00fcberschlagene Beine) ist ein guter Einstieg. Die Herausforderung besteht darin, das Gleichgewicht zu halten.<\/p>\n<p>Auch das Spielen im Stehen kann hilfreich sein. Man lehne sich im Stehen gegen die Wand. Wem dies noch immer zu wenig anspruchsvoll ist, der darf gerne noch ein wenig in die Knie gehen &#8212; die brennenden Oberschenkel tun mit Sicherheit ihr \u00dcbriges und man bekommt gar nicht mit, dass die Stelle bereits l\u00e4ngst bew\u00e4ltigt ist.<\/p>\n<p>Manchmal hilft es auch, Stellen auswendig zu lernen und die Augen w\u00e4hrend des Spielens bewusst durch den Raum schweifen zu lassen. Denn obwohl man vielge\u00fcbte Stellen zumeist l\u00e4ngst auswendig beherrscht, starrt man gerne in die Noten, als ob man sich an diesen festhalten k\u00f6nnte. Ein neuer Blickwinkel stellt nicht nur bildlich gesprochen, sondern manchmal sogar neuro-physiologisch eine neue Perspektive dar, die dazu geeignet ist, alte Muster zu durchbrechen.<\/p>\n<p>Ob Damenhaltung oder Abfahrtshocke &#8212; welche Haltung letztlich eingenommen wird, ist nicht so wichtig. Der springende Punkt ist vielmehr, eine Methode des Spielens zu finden, die uns so neu ist, dass wir sprichw\u00f6rtlich \u201ekeinen Kopf mehr haben\u201c, um uns den alten Problemen zu widmen. Diese Methode der paradoxen Intervention beim Cello\u00fcben kann helfen, die Kontrolle auch auf der B\u00fchne zu behalten und vor Publikum \u201eHerr der Lage\u201c zu bleiben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welcher Musiker, welcher Instrumentalist kennt sie nicht, die ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Angstsituationen beim Spielen vor Publikum? 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