3 Übungen, mit denen Du die linke Hand beim Geige spielen garantiert locker bekommst

Die Geige aus dem Würgegriff der linken Hand zu befreien ist eine Aufgabe, der man sich besser früher als später beim Geige lernen widmen sollte. Erst durch eine lockere, unverkrampfte Grifftechnik sind größere Fortschritte beim Violinspiel zu erreichen. Die folgenden Übungen und Tipps helfen, die Hand beim Geige spielen locker zu bekommen.

Leere Saiten integrieren

Erfahrungsgemäß hängen Verkrampfungen in der Hand bei Anfängern, aber auch bei bereits fortgeschrittenen Spielern, häufig mit der Anstrengung zusammen, die Hand bzw. die Finger für bestimmte Griffe zu dehnen. Die Ursache für den Mangel an Lockerheit ist eine noch nicht hinreichende Flexibilität bzw. Dehnung der Finger, die durch permanenten Kraftaufwand kompensiert wird. Durch einen raschen Wechsel von gegriffenen und leeren Saiten lässt sich ein Ablauf von kurzen Spannungs- und Entspannungsmomenten in der Hand trainieren.

Die folgende Übung stellt eine Variante einer Skala (der G-Dur-Tonleiter) dar. Wie auch beim „normalen“ Tonleiter spielen, sollte bei dieser Übung auf eine stabile Handstellung und saubere Intonation geachtet werden:

Lagenwechsel integrieren

Beim Lagenwechsel lernen (siehe auch: Wie spielt man auf der Geige in den Lagen?) hilft bekanntlich die Vorstellung auf dem Griffbrett Eis zu laufen: Die Bewegung beim Lagenwechsel sollte nicht zu schnell sein und kontrolliert stattfinden. Der Druck des Fingers auf der Saite sowie des Daumens am Hals ist beim Gleiten deutlich herabgesetzt. Dies setzt eine Druckregulation der Grifftechnik zwingend voraus, ansonsten klingt ein Lagenwechsel bald — je nach kulturellem Kontext des Zuhörers — nach amerikanischer Polizeisirene oder nach der alten Geisterbahn im Wiener Wurstelprater. Diese Voraussetzung — die Druckreduktion beim Gleiten — ist eine wunderbare Möglichkeit, der Hand Lockerheit anzutrainieren. Besonders effektiv sind Übungen, die Lagenwechsel und Griffe in rascher Folge integrieren, etwa folgende:

Pauschale Entspannung

Geige spielen ist durchaus komplex. Ganz bestimmte Muskelgruppen anzusteuern oder zu entspannen fällt nicht zu jeder Zeit leicht. Eine Lösung für dieses Problem könnte ein Gefühl der pauschalen Entspannung sein. Zugegeben, der folgende Tipp klingt etwas simpel — aber er ist meiner Erfahrung nach durchaus effektiv: Es hilft die Vorstellung, jeden Muskel des ganzen Körpers zu entspannen. Im Geigenunterricht sage ich häufig: entspanne Dich von der Haarwurzel bis zur Zehenspitze. Dabei lasse ich die gleiche Passage gleich 8 oder 10-mal hintereinander spielen. Und bei jeder Wiederholung kann versucht werden, ein wenig mehr in die Entspannung zu gehen.

In die gleiche Kerbe schlägt folgende Empfehlung: pianissimo spielen! Wer an sich beobachten kann, dass der Bogendruck beim Versuch die linke Hand zu entspannen deutlich nachlässt, kann auch die umgekehrte Richtung versuchen: also 3-faches pianissimo (besser klingt es am Griffbrett) spielen und beide Hände entspannen.

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Heinz

Heinz

Heinz hat Violine und Viola in Wien studiert und ist als Geigen- Bratschen- und Kammermusiklehrer tätig. Seine besondere Liebe gilt der Kammermusik, Franz Schubert und philologisch hervorragenden Notenausgaben. Derzeit lebt Heinz mit seiner Familie in Bamberg.

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