Wie man „Angststellen“ beim Musizieren bewältigt oder wie man mit der „Damenhaltung“ „Herr der Lage“ bleibt

Welcher Musiker, welcher Instrumentalist kennt sie nicht, die berühmt-berüchtigten Angstsituationen beim Spielen vor Publikum? Dabei handelt es sich in vielen Fällen mitnichten um unerwartete, unkontrollierbare oder völlig unvorhersehbare Momente, sondern vielmehr um „Angstellen“, also Stellen, an die man schon Zeilen oder sogar Seiten zuvor zu denken beginnt und denen man schließlich nur noch mit Schweiß auf der Stirn und zittrigen Händen entgegenrittern kann. Was aber tun, wenn man die betreffenden Stellen trotz intensiver technischer Vorbereitung fürchtet und sie bereits nach allen Regeln der Kunst geübt und analysiert hat? In diesen Fällen ist es vielleicht nicht weiter zielführend, herauszufinden, was die weiteren spieltechnischen Ursachen des Problems sein könnten. Schneller und sicherer kann möglicherweise ans Ziel gelangen, wer bereits beim Üben neue Regionen im Gehirn aktiviert und damit neue Impulse für die Bewältigung der betreffende Stelle schafft. Wie man „Angststellen“ beim Musizieren bewältigt oder wie man mit der „Damenhaltung“ „Herr der Lage“ bleibt weiterlesen

Reisen mit der Geige oder warum man besser kein Fischbein exportiert

Bis vor wenigen Jahren mussten sich reisende Streicher vor allem Gedanken über die Maße des Fluggepäcks und gegebenenfalls über ungünstige Witterungseinflüsse fern der Heimat machen — wer wollte schon wegen eines Wüstenkonzerts aufwändige Reparaturen riskieren. Seit einiger Zeit machen allerdings bestimmte Länder — keinesfalls die exotischsten — ernst bezüglich des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), das den Handel mit bestimmten Tier- und Pflanzenarten regeln bzw. unterbinden soll. Nicht nur Hobbymusiker, die die EU mit dem Instrument verlassen oder wieder einreisen, sondern auch namhafte Solisten, ja ganze Orchester, kamen bereits beim Zoll in Erklärungsnot und haben die Erfahrung gemacht, dass Zollbeamte eher weniger instruktive Diskussionspartner darstellen und sich auch durch enthusiastisch vorgetragenen Bach oder Sibelius wenig beeindrucken lassen. Reisen mit der Geige oder warum man besser kein Fischbein exportiert weiterlesen

Intonation auf Geige, Bratsche, Cello & Co. — wie man die Stimmung im Ensemble verbessert

Zweifellos zählt das saubere Greifen, das zielsichere Treffen der richtigen Töne zu den großen und nachhaltigen Herausforderungen auf dem Streichinstrument. Gerade bei Geigern, Bratschisten und Cellisten, die bereits das Gefühl entwickelt haben, sich auf ihre Ohren ganz gut verlassen zu können, nimmt die eingehende Beschäftigung mit der Intonation beim Üben einen gewichtigen Stellenwert ein. Meistens fußt diese auf einem eher intuitiven Empfinden, das mit der Zeit quasi automatisch entwickelt wurde, und in den überwiegenden Fällen den musikalischen Anforderungen genügt. Allerdings kennen die meisten Streicher auch das Gefühl, bei bestimmten Passagen — trotz eingehender Suche und der besten Absichten — nicht die exakte Tonhöhe zu finden. Intonation auf Geige, Bratsche, Cello & Co. — wie man die Stimmung im Ensemble verbessert weiterlesen

Von E-Geigen und E-Geigern

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich grießgrämige, alte Miesmacher lautstark über „Stromklampfen“ oder „Dosenklaviere“ mokierten und das Wort E-Gitarre am liebsten mit „Ernste Gitarre“ übersetzt haben wollten. Längst haben elektronische Instrumente aller Art Eingang in die Mitte unseres Musiklebens gefunden: die E-Gitarre begann vor mittlerweile mehr als einem halben Jahrhundert ihren Siegeszug, Keyboards bzw. Synthesizer gehören zu den auf Bühnenshows am häufigsten eingesetzten Instrumenten. Beinahe vergessen scheint hingegen die Tatsache, dass Leo Fender bereits in den 50er Jahren nicht nur E-Gitarren, sondern auch einige wenige E-Geigen produzierte, die hauptsächlich von Jazz- und Bluesmusikern gespielt wurden. Denn anders als die E-Gitarre begann die elektrische Violine erst ab den 1990er Jahren wirklich populär zu werden — man erinnert sich noch dunkel an das geigende Pop-Sternchen Vanessa Mae. In letzter Zeit erlebt nicht nur die Geige, sondern insbesondere die E-Geige einen neuerlichen Höhenflug, der vor allem von Lindsey Stirling beflügelt wird, die bei ihren Nummern auch neuere Musikgenres wie Dubstep und Elektro integriert. Von E-Geigen und E-Geigern weiterlesen

Autodidaktisch Geige lernen? Strategien für Sparfüchse

Ein gesundes Selbstvertrauen und den Mut, notfalls auch ohne professionelle Rückversicherung ins sprichwörtlich kalte Wasser zu springen, sind eigentlich gute Voraussetzungen, um sich ein neues Themenfeld zu erarbeiten. Ebenso aber auch eine gesunde Portion Selbsteinschätzung, welche hilft, eigene Grenzen wahrzunehmen und grobe Fehlentwicklungen zu vermeiden. Wenig schmeichelhaft etwa war die weltweite Berichterstattung über jene ambitionierte, des Aquarellierens wohl überdrüssige Hobby-Künstlerin aus Aragonien, die ein altes Fresko des Erlösers flugs in einen feisten Igel zu verwandeln wusste. Auch in der Musik gibt es Bereiche, die sich mehr oder weniger gut für autodidaktisches Erarbeiten eignen. Autodidaktisch Geige lernen? Strategien für Sparfüchse weiterlesen

Wie wähle ich die passende Bratschen-Größe?

Anders als Geigen weisen Bratschen hinsichtlich ihrer Größe beträchtliche Schwankungsbreiten auf, die stets als Kompromiss zwischen Klangvolumen und spieltechnischer Praktikabilität zu verstehen sind. Schon in alten Zeiten war man sich dieses Problems bewusst. Die älteste Bratsche stammt wohl von Andrea Amati und misst stolze 47 cm (maßgeblich ist die Deckenmensur). Doch bereits seine Söhne und Enkelsöhne sowie deren Schüler bauten kleinere Instrumente. Die Bratschen von Stradivari und Guarneri messen ungefähr 41 cm. Wie wähle ich die passende Bratschen-Größe? weiterlesen

Wie übe ich einen Lauf? Ein kleiner Übe-Trick für Streicher

Zig Mal durchgespielt, punktiert, in Zeitlupentempo – und trotzdem mag der Lauf noch nicht gelingen! Es scheint, als würde die eine Hand der anderen geradezu davonlaufen oder aber ein Knoten in den Händen — und vor allem im Kopf — entstehen. Wie übe ich einen Lauf? Ein kleiner Übe-Trick für Streicher weiterlesen

Weniger ist oft Mehr! Oder: wie man schwierige Stellen auf der Gitarre mit Leichtigkeit meistern kann

Oft sind es die kleine Dinge (oder der kleine Finger), die einem das Leben beim Gitarre lernen schwer machen. Da reicht oft eine kleine Note zu viel im mehrstimmigen Spiel und die Flüssigkeit des Stückes ist dahin. Das Gefühl, dass ein Takt richtig unangenehm ist, kennen nicht nur klassische Gitarristen, sondern alle Musiker.

Sicher gibt es die Möglichkeit, eine schwierige Stelle stundenlang zu üben, was sehr löblich, aber nicht immer zielführend ist. Besser scheint mir eine andere Strategie, die zudem die Freude an der Musik und die Motivation erhält. Weniger ist oft Mehr! Oder: wie man schwierige Stellen auf der Gitarre mit Leichtigkeit meistern kann weiterlesen

Als Geiger Bratsche lernen

Zu den wohl häufigsten Fragen, die mir als Bratschist gestellt werden, zählen jene nach den Unterschieden zwischen Geige und Bratsche – beziehungsweise wie einfach oder kompliziert ein Umstieg von der Geige auf die Bratsche zu bewerkstelligen sei. Bei manchen, die mir diese Frage stellen, mag die Erwartung eine Rolle spielen, als Bratscher endlich zum begehrten Mitspieler, Kammer- oder Orchestermusiker zu avancieren. Andere präferieren den tieferen Klang des Instruments. Und wieder andere vermuten hinter den zahlreichen Witzchen und Gerüchten über Bratschisten einen wahren Kern und hoffen auf eine gewisse spieltechnische Erleichterung durch den Wechsel auf das vielgescholtene, vielleicht aber auch exklusivere Instrument.

Tatsächlich sieht sich jeder, der als Geiger Bratsche lernen möchte, zunächst mit einigen Herausforderungen konfrontiert, die es zu meistern gilt und die in der Regel etwas Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchen. Als Geiger Bratsche lernen weiterlesen

Die richtige Stückwahl beim Klavier-Kurs – Lust statt Frust für Hobbypianisten

Ganz gleich, ob man als Kind Klavierunterricht genommen hat und später dieses Hobby wieder aufgreift, oder ob man erst im fortgeschrittenen Alter mit dem Klavierspiel anfängt — viele Pianisten träumen davon, Werke wie Beethovens Mondscheinsonate oder Mozarts „c-Moll- Fantasie“ zu spielen. Sei es beim gemütlichen Zusammentreffen mit Freunden oder eben im Rahmen eines Auftrittes bei einem Klavier-Kurs. Die richtige Stückwahl beim Klavier-Kurs – Lust statt Frust für Hobbypianisten weiterlesen